Die Geschichte des „TATTOO“

Wer hat’s erfunden? Schwer zu sagen, aber die Schweizer haben das Tätowieren sicher nicht erfunden! Die lutschen lieber. Dann lassen wir schon eher die Polynesier als Erfinder der Körperbemalung (Tätowierung) gelten. Aber wie beim Piercing auch gilt: diese Form des Körperschmuckes gab es eigentlich zu allen Zeiten und in beinahe jeder Gesellschaft. Aber irgendwo muss das Wort „Tattoo“ doch zumindest herkommen?! Genau. Und deshalb ist das Volk der Polynesier auch schwer „verdächtig“ Tattoos „erfunden“ oder sagen wir – für deren Verbreitung gesorgt zu haben. Dort kennt man das Wort „tatau“ und es bedeutet so viel wie „malen-zeichnen“. Könnte also sein, dass die ollen Polynesier ihre Tattoos damals „Zeichnungen“ genannt haben – oder umgekehrt. Andere Möglichkeit: die Engländer und ihr Militär. Warum das? Seit Jahrhunderten sagt man dort zum Zapfenstreich „tattow“ – klingt doch sehr ähnlich, oder?! Und die Verbindung? Seefahrer und (auch englische) Matrosen ließen sich (früher) sehr oft und ausgiebig tätowieren, gerade auf ihren „Reisen“. Gut möglich, dass sie das Wort „tatau“ bei den Polynesiern aufschnappten und dann Zuhause verbreiteten.

Das Wort hat sich eventuell auf diese Weise verbreitet, aber die Tattoos selbst? Wie gesagt, die Seefahrer brachten ihre Körperbemalung mit (ob sie wollten oder nicht). Mehr noch. Manch einer brachte sich gleich einen ganzen Sklaven mit, der von Kopf bis Fuß tätowiert war. Auch so etwas sprach sich natürlich schnell herum.

Wo wir schon bei den Polynesiern sind, oder immer noch…das Volk hat sich gerne und ausgiebig „gekennzeichnet“ oder tätowiert. Und das mit gutem Grund. So wurden geschlechtsreife Mädchen mit einem Tattoo als heiratsfähig gekennzeichnet. Ein Mädchen ohne Tattoo wurde nicht angerührt, weil zu jung.  Jungs wurden mit ihrem Tattoo als mutige Krieger in ihrem Stamm dargestellt. Je mutiger sie waren, desto mehr Tattoos bekamen sie im Laufe der Zeit. Übrigens: Meist hatten die unterschiedlichen Stämme ihr ganz eigenes „Tattoomotiv“. Auch hier haben wir wieder das Tattoo als Zugehörigkeitssymbol.

Nur am Rande: Bei Ötzi, dem Gletschermensch aus der Steinzeit, fand man um die 50 Tätowierungen!!

Die Narbe als Tattoo:
Damals und auch heute noch, schmieren afrikanische Stämme ihre Wunden mit Dreck ein, um die Heilung zu verzögern. Die daraus resultierenden Narben, die bei uns als hässlich gelten, sind dort beliebte Narbentattoos. Einige ritzen sich daher sogar die Haut freiwillig auf, um so für mehr Narben(-tattoos) zu sorgen.

Übrigens – nicht nur durch Piercings und Tattoos wird man äußerlich individueller. Auch auffällige Kleidung und ganz besonders das Styling der Haare trägt dazu bei. Da wir aber kein Modejournal sind, wollen wir nicht auf zerfetzte Jeans eingehen, die gerade besonders in sind, sondern nur am Rande bemerken, dass zerrissene Hosen AUCH als Abgrenzungsmerkmal von der Masse dienen!!  Ebenso wie Punkerfisuren und alle anderen Bodymods auch.

Zurück zu den Haaren/Tattoos. Wer denkt, dass seine rotleuchtenden Haarsträhnen die Weltneuheit sind, den müssen wir auch enttäuschen. Schon die Ureinwohner haben sich nämlich die Haare gefärbt. Nicht nur wegen der Insekten, sondern auch zur Individualisierung schmierten sie sich bunte Pflanzenfarben ins Gesicht und in die Haare. Die Kriegsbemalungen (spätere Tattoos) wurden dann immer wieder verwandt.

Tattoos als Auszeichnung für „Verdienste“
Wer damals etwas leisten wollte als Krieger, musste Feinde töten. Das war seine Aufgabe. Als Lohn und zum Beweis seiner Tötungen erhielt er Tattoos. War die Hand eines Kriegers tätowiert, tötete er ganz allein, waren es nur einzelne Finger, so hatte er zum Töten die Hilfe weiterer Krieger nötig.

Die ersten Tattoostudios
Als die Tattoos hinlänglich bekannt waren – den Matrosen sei Dank- öffneten zuerst in den Häfen, die ersten Tattoostudios. Dabei war die Arbeitsweise der ersten Tätowierer anfangs noch recht primitiv und schmerzhaft. Mit Hämmerchen und farbigen Stiften wurde die Farbe unter die Haut geschlagen. Von der Hygiene in diesen „Tattoostudios“ wollen wir lieber erst gar nicht reden.