Die Geschichte des “PIERCING”

Überraschung: du denkst nicht etwa, dein Piercing oder Tattoo wäre eine weltbewegende Neuheit? Gut so. Denn schon seit es Menschen gibt, bildeten diese soziale Gruppen und eine Körperbemalung – ein Tattoo etwa, war so etwas wie ein Perso. Man gehörte mit einem bestimmten Tattoo oder Piercing also zu diesem oder jenem Stamm. Wie – damals gab es noch keinen Chirurgenstahl für Piercings?! Natürlich nicht. Darum wurden ja auch so feine Sachen wie Holz und Tierknochen für Piercings benutzt. Bei manchen Stämmen gibt es das „Holzpiercing“ noch heute. Die sogenannte „Tellerlippe“ bei Frauen entsteht durch einen tellergroßen Gegenstand, der die Unterlippe vorwölbt und dehnt. Jeden Tag ein Stückchen mehr. Warum die das machen? Es sind eben Stammesrituale. Oft bei Hochzeiten und hinter vorgehaltener Hand heißt es, je größer die „dicke Lippe“, desto größer der Brautpreis. Also wird auf „Teufel komm raus“ gedehnt. Gibt es ja bei uns auch. Mehr dazu hier: Piercing dehnen

Also – die Gruppenzugehörigkeit ist ein Grund für das Piercen. Aber auch Menschen, die sich aus einer Gruppe hervorheben wollten, oder dazu gezwungen wurden, waren und sind gepierct. Schaut euch mal um nach Buddha oder alten Pharaobildern um. Es gibt einige davon, die diese mit extremen Gewichten am/im Ohr zeigen. Meist aber waren einfach die Ohrstecker so schwer, dass es zu den Dehnungen kam. Außerdem – war es früher oftmals so: wer ein Piercing trug, war nicht nur als Gruppenmitglied für seine jeweilige Gruppe zu erkennen, sondern hatte durch das „Stechen“ selbst bewiesen, dass er/sie Schmerzen aushalten kann. Dies wiederum machte den Träger würdig, zu dieser oder jener Gruppe zu gehören. Verweigerer hatten als Einzelgänger kaum Überlebenschancen, denn ohne „Kennzeichnung“ wurden sie von ihrer Gruppe nicht akzeptiert.

Selbst die Eskimos trugen/ tragen Piercingschmuck. Dieser besteht aus den Zähnen von Seelöwen, Fischgräten oder Muscheln. Und auch hier gilt, je mehr Piercings der Träger hat, desto höher sein Ansehen. Übrigens – diese Völkergruppe trägt den Körperschmuck ausnahmslos im Gesicht.

Und Brustwarzenpiercings?

Auch nichts Neues. Die trugen schon die Römer. Die alten Römer waren es sogar, die sich ihre Geschlechtsteile mit Piercings schmückten. Stichwort „Hafada Ring“. Dieses Piercing wird am Penis befestigt und war das Schmuckstück der Edelleute wie Könige, Fürsten und Prinzen. Da wir schon beim Piercen der Geschlechtsteile sind: weniger schön und beliebt dürften die sogenannten Piercings zum Bewahren der Keuschheit bei Sklaven und Gefangenen gewesen sein. Männern wurde damit die Vorhaut verschlossen und Frauen „zugenäht“.